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Woche 1

In der ersten Woche wurden rund 67 Quadratmeter und fast zwei Kubikmeter mittels scharfer Meißel vom alten steinernen Teppich abgetragen. Das Wochenziel schien mit den vielen Maschinenausfällen und den schweren Werkzeugen etwas unrealistisch, wurde jedoch trotz der fleißigen Helfer gut gemeistert.

Woche 2

Der alte Teppich aus Stein ist nun voll und ganz Geschichte. In der zweiten Woche wurde sozusagen ein ``Teppich`` für den neuen Teppich ausgelegt, und zwar die Grundierung, worauf die neuen Steine später haften werden und um natürlich die eigentliche Brücke so wenig wie möglich zu beschädigen. Die Bürger Hamburgs hatten ebenso die einmalige Gelegenheit, sich auf der Grundierung zu verewigen, bevor das Team der dritten Woche anrückte und mit den Bauarbeiten fortsetzte.

Woche 3

Die Hälfte des Teppichs wurde nun grob fertiggstellt. Die zwei größten Symbole, welche Lotusblüten, das Symbol für die Reinheit des Herzens, darstellen sollen, wurden zu Ende gebracht und somit auch alle größeren und gröberen Formen. Gleichzeitig wurden an den beiden Enden des Teppichs mit den Teppichfransen begonnen, welche schließlich aus Wischmopps bestehen. Diese geben dem steinernen Kunstwerk seine ganz eigene, persönliche, als auch gemütliche Note!

Woche 4

Verschiedene Teams, aus verschiedenen Schulklassen, als auch freiwillige Mithelfer aus Hamburg und Umgebung haben nach ganzen vier Wochen den neuen, steinernen Orientteppich fertiggestellt. In jeder Woche gab es gleich viel Arbeit, die erledigt werden musste. In der vierten Woche hatten die Helfer mit Details und Feinarbeit zu kämpfen. Doch die Arbeit hat sich gelohnt und das Team, als auch Bildhauer Frank Raendchen sagen nur eins - Danke!

VIRTUELLE 360° TEPPICH-TOUR

Erleben Sie den Steinernen Orientteppich selbst mit einer 360° Tour und informativen Audioguides! 

Auf der Seite der Körber-Stiftung findet sich eine 360° Tour des Teppichs vom Bildhauer Frank Raendchen. Begleitet wird die Tour von Audioguides mit Boy-Gobert-Preisträger Julian Greis, was das Ganze nicht nur schön visuell zeigt, sondern auch zugleich informativ macht.

 

Die virtuelle Tour zeigt nicht nur ein 3D-Rundgang, sondern auch eine „Dollhouse“-Perspektive, die, die ganze Brücke samt Teppich von oben, aus der Vogelperspektive, zeigt.

EIN BEITRAG ZUM PROJEKT

Wer je einmal im Bardo war, dem riesigen Museum etwas außerhalb von Tunis, wird sie nie wieder vergessen: römische Mosaiken gleich im Dutzend und noch mehr. Steinerne Pracht und Herrlichkeit, Götter und Girlanden, Jagdwild und Medusenköpfe an allen vier, sechs oder acht Ecken erblickt das überwältigte Auge auf den Böden Teppiche aus tausenden glänzenden Steinen über viele Quadratmeter hinweg, entstanden in einer Zeit, in der Nomaden anderorts solche allenfalls zum Schutz und Nutzen aus Schaf- und Ziegenhaar knüpften.

 

Auch heute macht ein Teppich das Leben und Wohnen schöner, ja oft sogar elegant. Man wird gewissermaßen erhoben. Und draußen vor der Tür rollt man einen solchen (in Rot) für hohe Staatsgäste aus, für Filmstars auch, damit sie sich abheben vom gewöhnlichen Volk.

 

Nun wird im Hamburger Hafen ein „Roter Steinerner Orientteppich“ ausgerollt, eine Erneuerung des ersten. Wie sein Vorgänger aus dem Jahr 2005, der zur dann sehr verspäteten Eröffnung der Elbphilharmonie einladen sollte, hat auch dieser seinen besonderen Grund. Gleichfalls geschaffen von Frank Raendchen, verweist er auf ein anderes Ereignis: die Hamburger Körber-Stiftung wird 60 Jahre jung. Nicht genug: Eine Art Dreiklang ist damit entstanden. Auf dem Weg zur Elbphilharmonie führt dieser Teppich auch zum Sitz dieser bedeutenden Kultureinrichtung und gleichzeitig vorbei an den großen Teppichlagern.

Der lange Steinteppich bezieht sich in seiner abstrahierten Motivik auf turkmenische Knüpfarten, die Glück bringen, Unheil abwenden, Wohlstand und Fruchtbarkeit der Herden symbolisieren sollen. Das liegt im tieferen Verständnis ganz nahe bei den Zielen der Körber-Stiftung. Denn was wollen die so vielen unterschiedlichen Aktivitäten der Einrichtung mehr?

Brücken bauen, Hilfen geben, Impulse setzen, Verständnis fördern, national und international.

 

Alle drei Einrichtungen tragen bei zum wirtschaftlichen Erfolg und kulturellen Ansehen der Stadt Hamburg. Eine Besonderheit des Objektes muß noch erwähnt werden: Raendchen ist klassischer Steinbildhauer, er bearbeitet meist sehr festes Gestein, z.B. kristalline Findlinge der Nordischen Vereisungen und Backsteine. So ist es nicht verwunderlich, dass er wieder dieses typische Sujet der Knüpfkunst in Naturstein ausgeführt.

 

Zuletzt: Das Aufbrechen und Öffnen von Steinen, um sie mit Licht zu füllen, hat er nicht vergessen. So ist ihm etwa „der alte Schwede“ – ein Riesenfindling am rechten Elbufer in Hamburg bei Strom-km 627,9 – noch in bester Erinnerung. Das wäre ein weiteres von ihm potentiell zu bearbeitendes Traumprojekt.

 

Dr. Herman Römermann, Krefeld

DER „ALTE“ STEINERNE TEPPICH

Vor den Bauarbeiten des Teppichs im Jahr 2019, musste natürlich der alte, steinerne Teppich abgerissen werden. Der alte Teppich wurde im Sommer 2005 fertiggestellt und danach ingesamt zweimal restauriert. Das letzte Mal im Sommer 2016 unter Beteiligung von Schüler*innen seiner Ehinger und Biberacher Kunstkurse.

 

Natürlich ist das vergangene Projekt nicht in Vergessenheit geraten und bleibt mit Bildern und Beiträgen noch in Erinnerung.

Sehen Sie sich Bilder und Presseartikel zum alten, steinernen Teppich an und erfahren Sie, wie sich die Herangehensweise von Frank Raendchen in der Zeit entwickelt hat.

EINDRÜCKE DES TEPPICHS

DER BILDHAUER

FRANK RAENDCHEN

Frank Raendchen, 1962 geboren in Stralsund, studierte Bildhauerei an der Kieler Muthesius-Kunsthochschule bei Jan Koblasa und der San José State University bei Stan Welsh und James Turrell. Es folgen zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland.

 

Heute lebt und arbeitet Raendchen als freiberuflicher Bildhauer und Hochschuldozent in Biberach an der Riß. Dort ist er auch in Teilzeit als Kunsterzieher an verschiedenen Gymnasien tätig.

 

Kurvita über das Projekt:

Frank Raendchen
„Neuer Steinerner Orientteppich“,
Marmor, Japsis, Wischmopp, Kunstharz,
L 27 x B 2,44 x H 0,02 m, 2019